Suchtselbsthilfe e.V. Dortmund

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Tja, nun habe ich groß getönt, dass wir hier unbedingt einen Selbsterfahrungsbericht veröffentlichen sollten, um den Besuchern dieser Seiten etwas wie ein heimisches Gefühl zu vermitteln und nun weiß ich gar nicht so recht, wie ich anfangen soll. Ich spüre gerade, dass ich Angst vor meiner eigenen Courage bekomme und deshalb das Gefühl habe, dass mir gerade so gar nix einfallen will. Hmmmmm, also gut, damit fang ich an. Meine Unsicherheit. Ist n großes Thema bei mir, auch heute noch, immer mal wieder. ]

Damals, vor über 3 Jahren, habe ich mich selbst vor die Wahl gestellt - entweder du säufst dich tot, oder du gibst deiner Neugier und deinem Lebenswillen nach und lässt dich jetzt mal auf dich selbst ein. Zum damaligen Zeitpunkt wurde mir bewusst, dass ich dazu Hilfe benötigen würde. Das war schonmal das Schlimmste für mich: Mir eingestehen zu müssen, dass ich Hilfe benötige! Ich - die Starke, die immer alles selbst in die Hand nimmt und alles unter Kontrolle haben möchte - musste vor mir selbst die Waffen strecken.

Die Neugier auf das, was hinter meiner Fassade steckte und sich rigoros meiner Kenntnis entzog war stärker, also marschierte ich im Januar 2007 in die Suchtambulanz des Psychatrischen Zentrums in Aplerbeck.

Das war der Beginn eines neuen Lebens. Und das ist ganz genauso gemeint, wie ich es hier schreibe. Denn ab da war nichts mehr so, wie vorher. Zunächst mal sprach ich aus, was mir am meisten Angst machte, da ich mich nie vorher im Leben verletzlicher, schwächer und hilfloser gefühlt habe: "Ich bin Alkoholikerin und brauche Hilfe diese Sucht zu besiegen. Bitte helfen Sie mir und nehmen Sie mich in Ihrer Klinik auf."

Dieser Schritt war Schwerstarbeit, aber da war noch etwas! - Eine große Erleichterung! Wow! Das war ja ganz leicht. Schon eine Woche später wurde ich stationär aufgenommen und absolvierte eine sogenannte dreiwöchige qualifizierte Entgiftung in der Klinik auf der Station 13.2. Dort wurde ich nicht nur trocken, sondern erfuhr von den zahlreichen Möglichkeiten verschiedenster Therapien. Ich entschied mich damals für eine ambulante Therapie bei der Suchtberatung der Diakonie Dortmund. Das war eine gute Entscheidung für mich. Diese Therapie, die aus einer Kombination von Gruppen- und Einzelgesprächen bestand, hat mir viel über mich gelehrt. Ich bin dort zunächst sehr verunsichert hingegangen mit einem Gefühl  von: "Ich sage erstmal nix und zwingen können die mich auch zu gar nix."So gewappnet ging ich also dahin. Auf Dauer konnte ich aber gar nicht vermeiden, mich an den Gesprächen zu beteiligen. Ich spürte, ich war nicht allein und es ging nahezu allen wie mir! Diese Erkenntnis beruhigte mich und spornte mich gleichzeitig an.

Irgendwann stand dann das Ende der Therapie bevor und es war an der Zeit, dass ich mir eine Selbsthilfegruppe suchen sollte/wollte. Ich googelte, wie eine Irre, aber ich fand nix, was mich so recht ansprach. Ich hatte auch ein wenig Angst davor, mich in so eine Gruppe zu begeben, wo ich keinen kannte. Was würde mich da erwarten? Was würde man von mir erwarten? MUSS ich dann IMMER dahin gehen? Würde ich da Rechenschaft ablegen müssen, wenn ich mal nicht kam? Würde man mich dort kontrollieren?

Eines wurde mir klar, an meinem Vertrauen hatte ich noch zu arbeiten:))) Okay,  da das googeln für mich wenig erfolgreich war, folgte ich der Empfehlung einiger meiner Freunde aus der Therapiegruppe und fand so letztlich zu "Return". Ich kann dort sein, wer und was ich will. Keiner verlangt von mir "so" oder "so" zu sein. Ich fühle mich in dieser Gruppe wohl, geborgen und gut aufgehoben.

(Nu muss ich grad grinsen, denn noch vor einem Jahr hätte ich es nicht geglaubt.)

 

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